Vielen geht es wie mir, es liegen noch haufenweise geliebte, alte DOS-Spiele herum, die nur darauf warten mal wieder ausgepackt und installiert zu werden. Für Windowsspiele gibt es ja Wine, aber hier geht es um die DOS-Juwelen, die oftmals auch noch einen DOS/4GW-Extender verwenden, um das 640kB Memory Limit zu umgehen und es dabei trotzdem schaffen auch DirectX oder OpenGL eine ansprechende Grafik anzuzeigen.
Um diese nun unter Ubuntu zu spielen, braucht man erst mal wieder ein DOS. DOSBox bietet sich hervorragend an, ist relativ einfach zu installieren und konfigurieren.
sudo apt-get install dosbox
Zusätzlich, da DOSBox sonst mit der amerikanischen Tastaturbelegung läuft, wird noch die KEYB.EXE benötigt, die man hier bekommt und wer den Rest auch noch eindeutschen möchte, der nimmt noch dieses neuere Archiv mit, dem jedoch der Tastaturtreiber fehlt.
Jetzt legt man sich am einfachsten erst mal ein Verzeichnis für DOSBox im Userverzeichnis für die persönlichen Einstellungen an, das später auch als Partition C: eingebunden werden kann.
mkdir ~/.dosbox
In dieses neue Verzeichnis entpackt man das Archiv KEYB_GR.zip aus dem ersten der oben verlinkten Archive (Version 0.65) und die deutsch.lng aus dem zweiten (Version 0.70).
Um eine eigene Konfiguration zu erzeugen startet man DOSBox z.B. an der Konsole mit “dosbox” und gibt dort als erstes dieses ein:
config -writeconf .dosbox/dosbox.conf
exit
Zumindest Gutsy User geben das bitte ohne den Pfad, wie folgt, ein:
config -writeconf dosbox.conf
exit
Die erzeugte “.dosbox/dosbox.conf” mit einem Editor öffnen und nach “language=” suchen und wie folgt ergänzen:
language=/home/USER/.dosbox/deutsch.lng
# USER muss natürlich angepasst werden.
Und am Ende des Konfigurationsfiles wird dabei gleich auch noch die [autoexec] ergänzt:
[autoexec]
mount c ~/.dosbox
mount d /media/cdrom0 -t cdrom
keyb gr
Hat man kein CD-Laufwerk, so kann man auch z.B. Diskettenlaufwerke mounten. Angesprochen werden sie, wie unter DOS gewohnt mit den Laufwerksbuchstaben, die gewählt wurden. BTW. nicht wundern, DOSBox startet per default immer mit Laufwerk Z:!
Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Konfiguration leider nicht beim normalen Aufruf von “dosbox” verwendet wird. D.h. man muss DOSBox beim Start sagen wo er die Konfiguration findet:
dosbox -conf ~/.dosbox/dosbox.conf
Dem Start einer Dosanwendung steht nun eigentlich nichts mehr im Wege. Ich hatte hier z.B. Ascendancy, das auch einen DOS/4GW-Extender verwendet, wieder einmal spielen wollen und die Installation verlief problemlos nach dem vom Spiel vorgegebenem Weg.
PS.: Mit der Tastaturkombination ALT+ENTER schaltet man zwischen Fenster und Vollbild um.