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Tag: heise

Gestern war bei heise.de mal wieder eine Art Schäuble Tag. Erst die Meldung von Google, dass sie das Angebot der lebenslangen Mailadressen (Gmail bzw. Googlemail) mit diversen Features für Deutschland ggf. wieder dicht machen müssen, da sie sonst Gefahr laufen würden, ihren Ruf in Sachen Sicherheit und Kundendaten zu verlieren, wenn sie den Wünschen unserer Regierung entsprechen wollen. Und dann am Nachmittag, dass unser geliebter Innenminister mal wieder oder immer noch trotz massiver Kritik Online-Durchsuchungen für “lebensnotwendig” erachtet (natürlich kurz nachdem in den Medien mal wieder die Angst mit bösen Worten wie “Terrorismus” und “Anschläge in Deutschland möglich” geschürt wurden).

Nicht das es schon nervig genug ist zu wissen, dass man als kleiner Nutzer nichts gegen eine Online-Durchsuchung machen kann (glaubt man ja nicht, dass da Firewalls, Antiviren etc. auch nur Ansatzweise helfen würden) und somit permanent Gefahr läuft, dass die privatesten Daten ausspioniert werden. Nein, jetzt überlegen auch schon die Großen, wenn auch widerwillig, ob sie ggf. sogar das sinkende Schiff “deutsches Internet” verlassen, ehe sie gegen Ihre Prinzipien verstoßen müssen. Klasse Wurst!

Bereits gestern titelte heise: Ärger um neue Flickr-Filter. Flickr, der allseits bisher recht beliebte Web 2.0 Fotodienst, hat aufgrund der Eröffnung von internationalen Filialen in einigen Ländern Filter aktiviert und zeigt u.a. Bilder in der Suche nun nicht mehr an, wenn ein User aus z.B. Deutschland die Seiten durchsucht und die Bilder als “mittel” oder “restricted” eingestuft wurden oder es wird gar dieses nette Bildchen, bei Verlinkung z.B. im Blog angezeigt:

Flickr - das darfst Du nicht sehen!


Wenn auch sicherlich aus rechtlichen Gründen irgendwie nachvollziehbar, so ist es eine dumme Aktion, da die User ausgesperrt werden. Das Resultat, bereits jetzt haben diverse Leute ihre Accounts bei Flickr oder gar bei Yahoo! beendet und sind auf der Suche nach Alternativen …

Da bin ich doch recht froh, dass ich hier für WordPress das Plugin von Thomas Boley nutze. ;)

Gestern hat sich hier so ganz nebenbei die neue Version 2.0.0.1 vom Firefox “eingeschlichen”. Es sind einige gravierende Probleme beseitigt worden. U.a. auch das Auslesen der Passwörter innerhalb einer Domain funktioniert zumindest nach dem Heisetest nicht mehr. :)

Bereits vor ein paar Tagen ist ein ganz übler Bug im Firefox 2.0 bekannt geworden und es wird in diversen Blogs, wie auch dem Basic Thinking Blog, wo ich es heute gelesen hatte, davor gewarnt, Zugangsdaten im Passwortmanager vom Firefox abzuspeichern! Da es möglich ist von beliebigen Seiten einer Domain, die vom Browser gespeicherten Passwörter von anderen Seiten dieser Domain, auszulesen. Wer die Sache nicht glauben mag, auf Heise.de kann man das austesten …

D.h. sollte also jemand seine Userdaten zu einem der beliebten Portale etc. abgespeichert haben, so sollte er (egal welchen Browser er nutzt, da wohl auch andere dieses Problem haben) diese besser umgehend aus dem Passwortmanager löschen. Bzw. besser noch: Man sollte grundsätzlich vermeiden Userdaten einem Passwortmanager anzuvertrauen oder besser noch, den Passwortmanager gleich ganz abschalten! ;)

Bereits gestern in Heise News: “CDU-Berichterstatter will Verbindungsdaten gegen Urheberrechtsverletzer einsetzen

Das heißt, es wird seitens der CDU überlegt, ob man die zur Bekämpfung schwerer Straftaten auf Vorrat zu speichernden Internet-Verbindungsdaten der Provider zur Ermittlung von Urheberrechtsverletzungen verwenden kann. Sony wollte ja schon mal ähnliches …

Könnte mir ja fast egal sein, da ich zu 90% Linux nutze, meine Windowssoftware entweder gekauft oder Freeware ist und es wohl vorrangig Nutzer der diversen Tauschbörsen betrifft, die ich nicht nutze. Nur wo ist da die schwere Straftat, die diese Nutzung rechtfertigt? Und wo hört das auf? Denn zum zitierten Focus Interview steht da auch:

Wer sich im Netz bewege, könne nicht davon ausgehen, “immer inkognito zu sein”. Gleichzeitig forderte Krings, dass die anonyme Nutzung des Internet in Deutschland erschwert werden müsse.

Hallo? Ich meine ich kann gerade mal so damit leben, dass ich wenn ich auf einen Bahnhof gehe, sofort erfasst werde und meine Biometrischen Daten mit Verbrecherdatenbanken abgeglichen werden, da es sich hier ja immerhin um Personenschutz und unser alle Wohl handeln soll, aber das schreit ja gerade zu nach Personenüberwachung und -kontrolle von oben. Sry, aber da wird mir langsam echt schlecht!

Ich bin daher für ein Gegenangebot: Da Politiker ja Personen des öffentlichen Lebens sind, sollten sie mit gutem Beispiel voran gehen und wenn sie solches fordern, dann sollen sie bitte auch ihre Daten und ihr Nutzerverhalten offen einsehbar machen lassen! Möchte doch zu gerne mal wissen, wo sich unsere Politiker im Netz so herumtreiben und was sie z.B. ihren Sekretärinnen so an Emails schicken. :mrgreen:

Gerade auf Telepolis entdeckt: “Die berauschenden Möglichkeiten von Web 2.0

In dem Artikel von “Erich Klepptenberger” wird die Zeitlinie eines fiktiven Hypes aufgeführt. Es beginnt alles damit, dass sich ein gelangweilter Schüler einen Kugelschreiber ins Ohr steckt …

Ach ja, lustige Idee und so richtig schön zynisch.