Star Trek

Seit Donnerstag ist es endlich so weit, der lang erwartete Star Trek XI ist in den Kinos und den haben wir uns nun auch gegönnt.

Wie ja schon überall zu lesen und hören, hat dieser Star Trek außer den Charakteren (bis auf eine Nebenrolle) und dem Inhalt nichts mehr mit den “alten” Star Trek Filmen gemeinsam.

Beginnen tut die Geschichte in relativ großen Zeitsprüngen mit der Geburt von James T. Kirk (Chris Pine) und dem Tot seines Vaters (Chris Hemsworth) sowie in kurzen Eindrücken die Geschichte von Spock (Zachary Quinto) mit seinen Problemen in der Kindheit, weil er halb Mensch, halb Vulkanier ist. Die anderen, bekannten Charaktere wie Sulu (John Cho), Chekov (Anton Yelchin), Scotty (Simon Pegg) etc. treten erst im Laufe der Geschichte als Besatzung des neuen Flagschiffs der Sternenflotte, der Enterprise, in den Vordergrund.

Captain der Enterprise ist der namentlich aus “The Cage” bekannte Christopher Pike (Bruce Greenwood) und er ist auch der Förderer von James Kirk. Er überredet Kirk nach einer Kneipenschlägerei dazu in die Sternenflotte einzutreten. Nach einem weiteren Zeitsprung von 3 Jahren, zu dem Zeitpunkt als Kirk angeklagt wird, bei dem Kobayashi-Maru-Test, den Spock entwickelt hatte, betrogen zu haben, wird die Sternenflotte in Alarm versetzt, weil ein Hilferuf von Vulkan eingegangen ist. Die Kadetten werden daraufhin auf die Schiffe verteilt und auch Kirk kann durch einen medizinischen Trick von McCoy (Karl Urban) ebenfalls mit auf die Enterprise, obwohl er suspendiert ist.

Ab hier möchte ich nur ungern weiter erzählen, um denjenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, nicht den Spaß zu verderben. Aber zumindest dieses noch, nur um zu verdeutlichen, dass dieser Film die Geschichte von Star Trek leider stark verändert. Denn kurz nach dem Eintreffen der Enterprise wird der Planet Vulkan von Nero (Eric Bana) durch ein schwarzes Loch, welches im Planetenkern mit Hilfe von Roter Materie erzeugt wird, vernichtet! Da der Planet Vulkan in der Geschichte von Star Trek immer wieder in Erscheinung tritt, ein Pradoxum und nur eines von vielen. Soll heißen, egal wie Star Trek jemals fortgeführt wird, so ist entweder eine Menge zu flicken oder zumindest muss eine anständige, schlüssige Erklärung her.

Weiter fielen mir noch einige andere “Fehler” auf, die mir vielleicht irgendwann mal jemand erklären mag/kann, denn ich kann es nicht:

(Bitte nicht weiter lesen, wenn man den Film noch gucken möchte!)

  1. Wie kam Spock nur auf die blöde Idee Romulus retten zu können, in dem er die benötigte Sonne in ein schwarzes Loch verwandelt? IMHO ist es total egal, ob man auf einem Planeten hockt, der von einer Supernova gegrillt wird oder ob man auf einem ist, der um ein schwarzes Loch seine Runden im Dunkeln dreht.
  2. Woher hat Nero nur die Geduld geerbt? Oder anders gefragt, wer bitte versteckt sich 25 Jahre, um evtl. das Glück zu haben, dass ein weiteres Raumschiff mit genau der Person, auf die er es abgesehen hat, durch das selbe, schwarze Loch gesegelt kommt?
  3. Wie kann es angehen, dass Kirk vom suspendierten Kadetten zum ersten Offizier der Enterprise und dann umgehend nach einer kleinen Schlägerei auch noch zum Captain befördert wird? Steiler Werdegang! Sternenakademie und Berufserfahrung braucht eh keiner.
  4. Was zum Teufel ist Rote Materie und wieso kann Nero davon einen riesen Ball auf einem Schiff lagern, wenn ein Tropfen ausreicht, um einen Planten oder Sonne in einem schwarzen Loch verschwinden zu lassen?
  5. Wo sind die Schiffe der Vulkanier und wieso stört es irgendwie keinen auf dem Planeten, wenn man selbigen mal eben aus dem All anbohrt?
  6. usw.

OK. klingt alles nicht sonderlich positiv und wenn man ein Hardcore Trekker ist, mag einem wahrscheinlich die Lust am Film vergehen, aber dennoch konnte ich mich für den Film begeistern. Er hat was, da er die alten Charaktere endlich wieder zum Leben erweckt und vor allem lässt er einen hoffen, dass es in Zukunft nach Picard & Co. noch weitere Star Trek Abenteuer in den Kinos geben wird, nachdem ja leider Star Trek: Enterprise mit Capt. Archer nach der vierten Staffel vorzeitig eingestellt wurde und es so wahrscheinlich auch nie mehr in die Kinos schaffen wird.

Doch noch abschließend, da es sich ja um einen Sience Fiction Film handelt auch noch ein paar Worte zum Design und den Spezialeffekten. Richtig gut hat mir die Enterprise gefallen. Es wurde nicht wieder auf eines dieser Plastikspielzeuge (Akira-Klasse) zurückgegriffen, wie man es seit Star Trek VIII kennt, sondern es gibt endlich wieder eine “echte” Enterprise, die der aus TOS und den ersten Teilen wirklich recht ähnlich sieht, ohne dabei altbacken auszusehen. Das Brückendesign wurde stark verbessert, wenn auch teilweise vielleicht im Vergleich zum Maschinenraum einen Hauch zu modern. Denn dieser wirkt, um Morph zu zitieren, so, als wenn es da bei der Kulisse gerade mal noch zu einem Lagerraum gereicht hat. Optisch nett anzusehen waren die Flugszenen und Planeten. Im Besonderen beeindruckt hat mich eine Szene, in der die Enterprise aus den Ringen des Saturns auftaucht. Einfach nur klasse gemacht!

Mein Fazit: Für Trekker, wenn auch vielleicht streckenweise enttäuschend, ein Muss! Die Schauspielerischen Leistungen halten sich zwar in Grenzen, aber wer da wirklich ehrlich ist, das war ja schon öfter so in Star Trek und hat der Sache eigentlich nie wirklich geschadet. ;)